Die Steuerbehörden nehmen Influencer inzwischen offiziell genauer unter die Lupe. Allein in Nordrhein-Westfalen werden derzeit rund 7.000 Influencer überprüft, um festzustellen, ob sie ihre Einnahmen aus Plattformen wie Instagram und TikTok ordnungsgemäß versteuert haben. Diese Zahl wurde von einem Sprecher des Finanzministeriums bestätigt.
Bereits im Jahr 2025 erhielt das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) ein umfangreiches Datenpaket von mehreren Social-Media-Plattformen. Die Daten enthielten tausende Hinweise auf nicht versteuerte Einnahmen aus Werbedeals, Abonnements, Affiliate-Marketing und ähnlichen Einnahmequellen. Nach der Auswertung konnten die Datensätze mehr als 7.000 Personen in Nordrhein-Westfalen zugeordnet werden.
Eine schnelle Klärung ist jedoch nicht zu erwarten. Die Behörden haben erklärt, dass die Bearbeitung einer so großen Anzahl an Fällen naturgemäß Zeit in Anspruch nimmt. Jeder einzelne Fall wird sorgfältig geprüft, um festzustellen, ob die entsprechenden Steuern korrekt abgeführt wurden.
Wie ernst die Situation genommen wird, zeigt die Einrichtung einer eigenen Taskforce innerhalb des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität. Laut LBF-Leiterin Stephanie Thien ist es keine Seltenheit, dass Influencer monatlich mehrere zehntausend Euro verdienen, ohne überhaupt eine Steueridentifikationsnummer zu besitzen.
Die Behörden betonen, dass sich die Ermittlungen nicht gegen Jugendliche richten, die lediglich einige Produkte beworben oder eine kleinere Reichweite aufgebaut haben. Im Fokus stehen vielmehr größere Influencer mit erheblichen Einnahmen.
Die Untersuchungen sind komplex. Viele Influencer arbeiten nicht in klassischen Beschäftigungsverhältnissen. Einige haben ihren Wohnsitz in Deutschland abgemeldet und sind ins Ausland verzogen, um ihre Steuerlast zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Besonders Dubai gilt in diesem Zusammenhang als beliebtes Ziel.
Nach Angaben des Finanzministeriums beläuft sich das mutmaßlich strafrechtlich relevante Steuervolumen allein in Nordrhein-Westfalen auf rund 300 Millionen Euro. Das zeigt deutlich, dass es hier nicht um kleine Buchungsfehler geht. Die Dimension ist groß genug, um umfangreiche finanzstrafrechtliche Ermittlungen auszulösen.
Diese Untersuchung macht eines sehr deutlich: Influencer zu sein bedeutet nicht, für das Finanzamt unsichtbar zu sein. Im Gegenteil, der digitale Fußabdruck erleichtert es den Behörden häufig sogar, Einnahmen nachzuvollziehen.
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